Vorankündigung „50 Jahre Metz in Heidelberg – Ausgewählte Kunstobjekte – Sammlung Tabatièren – Bedeutende Porzellane“

Auktion: Samstag, den 9. Dezember 2017, ab 11.00 Uhr

Versteigert werden insgesamt 654 Lose, darunter

Vorbesichtigung:       Montag, 4. Dezember, bis Freitag, 8. Dezember 2016, 10.00 – 18.30 Uhr;

Samstag, 9. Dezember, 09.00 – 11.00 Uhr

 

  • Marie-Louise-Élisabeth Vigée-Lebrun (1755-1842)

Portrait von Maria Franziska Gräfin Pálffy von Erdöd (1773-1821) im neoklassischen Kostüm einer Waldnymphe, eine Musikrolle haltend.Öl/Lw., li./u./sign./bez./dat. „à Vienne 1793“, gerahmt. Provenienz: Privatsammlung. Mit Gutachten von Joseph Baillio, New York, vom 10. Oktober 2017; wird in sein WVZ aufgenommen.

Vgl. É.L. Vigée Le Brun, „Souvenirs“, Paris 1837, Vol. II, S. 371.   96 x 74 cm

(Schätzpreis auf Anfrage)

  • Barockstandsekretär angefertigt für Fürst Carl-Christian von Nassau-Weilburg

Neuwied, Manufaktur Abraham Roentgen um 1750

Auf c-förmig gebogenen, sich nach unten verjüngend Füßen stehend, mit geschweifter Zarge. Dreischübiges Kommodenteil mit geschweifter und gebauchter Front und Seiten. Die Schübe getrennt durch Hohlkehlen, ausgelegt mit Messingblech. Die Kanten hervorgehoben durch Querfurnierung und s-förmig geschwungen. Darüber liegend Aufsatz mit herunterklappbarer, lederbezogener Schreibfläche. Dahinter liegend zwei Schübe, mittig Öffnung mit Jalousie, flankiert von je vier Schüben, gefolgt von zwei Schüben sowie drei offenen Fächern. Leicht überstehende, profilierte weiß-graue Marmorplatte. Rosenholz furniert und marketiert mit Rhombendekor, teilweise massiv. Vgl. Ausstellungskatalog „Edle Möbel für höchste Kreise – Roentgens Meisterwerke für Europas Höfe“, Roentgen-Museum Neuwied 2007, Nr. 24 (id. Abb.)

H=166 cm, B=89,5 cm, T=55 cm

(Schätzpreis 46.000,-)

  • Barockaufsatzsekretär, Neuwied, Manufaktur Abraham Roentgen um 1755-60

Auf c-förmig gebogenen, sich nach unten verjüngend Füßen stehend, mit geschweifter Zarge. Vierschübiges Kommodenteil mit geschweifter Front und Seiten. Die Kanten hervorgehoben, s-förmig geschwungen. Darüber liegend Schreibpult mit schräger Schreibklappe, hinter der sich sieben flache Schübe, ein kleines Mittelgelass und vier offene Fächer befinden. Oberhalb zwei herausziehbare Leuchtertabletts. Zweitüriger, verspiegelter Aufsatz mit vier nebeneinander liegenden Schüben und zwei Ablagen. Geschweiftes, verkröpftes, profiiertes Gesims, mittig geschnitzt mit großer Rocaille. Palisander, Mahagoni, Rosenholz und Amaranth furniert und marketiert mit Rautendekor, teilweise massiv, mit vergoldeten Bronze- bzw. Messingbeschlägen. Vgl. Ausstellungskatalog „Edle Möbel für höchste Kreise – Roentgens Meisterwerke für Europas Höfe“, Roentgen-Museum Neuwied 2007, Nr. 23 (id. Abb.) H=238 cm, B=131 cm, T=66 cm

(Schätzpreis 65.000,-)

 

  • Barockaufsatzmöbel, Bamberg 1750-55

Auf vier geschweiften, geschnitzten und durch betonte, vorne und seitlich rocaillereliefierte Schürze verbundenen Füßen stehend. Darüber Hohlkehlprofil und dreischübiges, bombiertes geschweiftes Kommodenteil mit geschweiften Seiten und überstehender, fein profilierter, der Form des Unterbaus folgender Plattenkante. Darauf zurückgesetzter Aufsatz auf vier Füßen, Füße und Unterkante geschweift und geschnitzt. Darüber profilierte Sockelleiste. Eintürig geschweifte Front mit darunter liegender Schublade, flankiert von vorgesetzten Postamenten, die in einem korinthischen Abschluss enden. Rechts und links jeweils vier übereinanderliegende, gekehlte Schübe mit Zentralverriegelung. Seiten geschweift, Abschlussgesims feinstens ausgearbeitet, beidseitig endend mit Volutenschnecken. Über den Schüben zurückgesetzte kleine Postamente der Form des Abschlussgesims folgend. Abschlussprofil über der Tür tief gekehlt und hervorstehend, mittig mit geschnitzter Kartusche. Zentral über der Tür zurückgesetzter, geschweifter, bombierter, profilierter, baldachinartiger Aufbau mit verkröpfter Unterkante. An den Ecken fein geschnitzte Kartuschen. Weichholzkorpus, alle Schauseiten Nußbaum längs- und querfurniert. Innenfelder mit Bandintarsienrahmung, gefolgt von Würfelmarketerie. Schauseite der Türe mittig mit eingezogenen Ecken, Voluten und Gittermuster mit darauf stehenden Vertikalstäben. Feinst ausgeführte Schnitzarbeiten mit Rocaillen und Floralmuster.  Messingbeschläge godronniert, mittig mit Vasen. Möbel mit alter Patina. Wohl aus der Werkstatt Nikolas Bauer. Vgl. Sigrid Sangl, Das Bamberger Hofschreinerhandwerk im 18. Jh., Abb. 76.         H=228 cm, B=133, T=68,5 cm

(Schätzpreis 28.000,-)

  • Louis XVI-Schreibkommode, Paris, Meister Étienne Avril 1780-90

Auf leicht geschweiften, sich nach unten verjüngenden Füßen stehend. Rechteckig, mit zwei Schüben, Schreibklappe und abgeschrägten Kanten. Schreibklappe mit eingelassener, schwarzer Lederschreibfläche. Dahinter liegend mittig offenes Fach, flankiert von je einem Schub, darüber liegend offenes Fach. Überstehende, profilierte, weiß-graue Marmorplatte, der Form des Unterbaus folgend. Palisander und Rosenholz furniert und marketiert mit Instrumenten, Noten und Floraldekor sowie Wechselband mit Band und Faden. Feuervergoldete Bronzebeschläge. Im Hirnholz vorne links Schlagstempel der Innung mit ligiertem „JME“ und des Meisters.         H=95 cm, B=96 cm, T=49 cm

(Schätzpreis € 10.000,-)

  • Louis XVI-Bonheur du Jour, Paris, Meister Joseph Adam Guillaume Muller 1780-90

Auf gedrechselten, kannelierten, sich nach unten verjüngenden Beinen stehend, verbunden durch vorne leicht eingezogene Ablage. Rechteckiger, einschübiger Tischkasten mit vorne abgerundeten Ecken. Schub mit aufklappbarer Schreibplatte mit grauem Lederbezug, rechter Hand flankiert von unterschiedlich großen Tinten- und Federfächern. Zurückgesetzter Aufsatz mit Schub, darüber liegendem, offenem Fach, flankiert von je einer Tür mit zwei dahinter liegenden Fächern. Deckplatte mit durchbrochener Bronzegalerie. Amaranth und Palisander furniert und marketiert mit Floraldekor und Schreibtisch-Utensilien wie Feder und Tintengefäß in Mosaiktechnik. Feinstens ausgeformte, feuervergoldete Bronzebeschläge. Unter der Zarge hinten Schlagstempel der Innung mit ligiertem „JME“ und des Meisters.          H=104 cm, B=65,5 cm, T=41,5 cm

(Schätzpreis € 8.000,-)

  • Einige Miniaturmöbel, u.a. Dielenschrank, Norddeutsch 18. Jh.

Auf fünf gedrückten Ballenfüßen stehend. Hochrechteckig, mit einschübigem Sockel, zwei Türen und überstehendem, profiliertem Ochsengiebel. Eiche und Nadelholz furniert mit Nussbaum, Ahorn und Ebenholz sowie marketiert mit Akanthusranken und Königskrone, teilweise gefärbt, schattiert und graviert. Ausgestellt in der Sonderausstellung im Museum Huelsmann, Bielefeld 2003. Vgl. Hildegard Wiewelhove (Hrsg.), „Kostbar und geheimnisvoll…Miniaturmöbel und Schatzkästchen Sammlung Grothe“, S. 55, Nr. 74.         H=52,5 cm, B=44,5 cm, T=19,5 cm

(Schätzpreis 1.800,-)

  • Eine Sammlung von ca. 150 Tabatièren in allen Materialien, u.a. Edelmetalle, Emaille, Halbedelsteine, Porzellan, Schildpatt, u.a.:

 

Feine Tabatière, Berlin dat. 1766

Rechteckig, Deckel nach oben zu öffnen, verbunden durch Goldmontur. Außenflächen und Innendeckel museal bunt bemalt mit mythologischen Szenen sowie einer Gesellschaft beim Tafeln. Kupferkern, allseitig emailliert, am Boden rechts unten signiert (Johann Alexander David) Friedrich (1744-93) und datiert „pinx: 1766“. Provenienz: The late Graham Baron Ash (1889-1980), Christie’s, London 26.06.1980, Los-Nr. 168.       H=4,1 cm, B=8,1 cm, T=6,7 cm

(Schätzpreis € 4.500,-)

 

 

Tabatière, Meissen 1735

Rechteckig, mit nach oben zu öffnendem Deckel, verbunden durch ziselierte Silbermontur. Außenflächen mit himbeerfarben gepudertem Fond und mehrpassigen, gold gesäumten Aussparungen. Reserven und Innendeckel bunt bemalt mit Chinoiserien in Landschaft. Innenwandung des Unterteils mit Goldfond. Porzellan, ohne Marke. Malerei von Adam Friedrich von Löwenfinck.           H=3,3 cm, B=6,9 cm, T=5,2 cm

(Schätzpreis 12.000,-)

  • sowie eine Auswahl erlesener Silbergegenstände wie

Dokumentierter Deckelpokal der Leonberger Küferzunft, Augsburg, Meister Johann David I Schäfer 1724-28

Runder, getreppter Standfuß mit kurzem Hals. Walzenförmige Kuppe mit zwölf aufgesetzten Löwenmaskeronen, als Ringhalter der zehn beweglichen , hängenden Schildern. Diese beschriftet mit den Namen der Zunftmitglieder und datiert: „GEORGžŸ MICHAEL Ÿ REINHOLD Ÿ 17Ÿ35“, „LIENHARDT Ÿ DeCKER Ÿ 17Ÿ35“, „ANDREAS Ÿ WAGNER Ÿ 17Ÿ29“, „VEIT Ÿ SCHWEITZER Ÿ 17Ÿ39“, „JOHANN Ÿ GEORGE Ÿ STEHLE Ÿ 17Ÿ33“, „WILHELM Ÿ BOLEYH Ÿ 17Ÿ35“, „JOHANNES Ÿ TIER Ÿ 17Ÿ29“, „DOBIAS Ÿ BINDER Ÿ 17Ÿ33“, „MARTIN Ÿ MANN 1-7-29“. Übergestülpter, gestufter Deckel, bekrönt von steigenden Löwen und beschriftetem Schild. „JOHAN GEORG HAAS KERZENMEISTER 1731“. Teilweise stammen die Gravuren aus dem 19. Jh. Silber, ca. 752g, innen vermeilt, mit Stadt- und Meisterpunze.        H=29,8 cm

(Schätzpreis 3.800,-)

 

Zunftpokal, Süddeutsch dat. 1712

Runder, sich nach oben verjüngender Buckelfuß mit kurzem, dreipassigem Schaft. Hohe Buckelkuppa mit überstehendem, gestuftem Deckel, bekrönt von Krieger. Lippenrand und teilweise die Buckel beschriftet: „Die Altgesellen“, „Johan Andreas Zeigert von Bretten, Johann Christian Isebauer von Rußsen“, „Die Herren Obermaster sind gewesen“, „Andreas König, Conrad Ostmeyer“, „Die Beysitzer“, „Hans Caspar Hille, Hans Friedrich Graue“. Silber, ca. 910g, getrieben, graviert und ziseliert, mit Resten alter Vergoldung.

H=43,3 cm

(Schätzpreis 14.000,-)

  • und ausgwählte Porzellane

Chinesenhaus, Frankenthal 1770

Ovaler, erhöhter Sockel mit Reliefvoluten. Darauf ein turmartiges Gebäude, bekrönt von Papagei, mit herrschaftlich elegantem Aufgang; in diesem drei Chinesen mit unterschiedlichen Attributen: Papageien, Mandoline und Henkeltopf. Bunt bemalt, teilweise gold gesäumt. Porzellan, am Boden unterglasurblaue, bekrönte, ligierte CT-Marke. Modell von Karl Gottlieb Lück. Vgl. C.T. Hofmann, Taf. 116, Nr. 470. (id. Abb.)          H=27,3 cm

(Schätzpreis 10.000,-)

Liebespaar, Ansbach 1770-75

Sie sitzend und er im Hintergrund mit Dreispitzhut in der Hand stehend, auf rundem, mehrpassigem Rocaillesockel. Porzellan, bunt bemalt, am Boden braunrotes „B“ für Bartholomé. Vgl. A. Bayer, S. 170, Abb. 152.        H=18 cm

(Schätzpreis 3.600,-)

 

Dame bei der Morgentoilette, Fulda 1770

Auf rundem, unregelmäßigem, purpur staffiertem Rocaillesockel stehend. In der Hand einen ovalen Spiegel haltend. Bunt bemalt, teilweise gold gesäumt. Porzellan, am Boden unterglasurblaue, gekreuzte Marke. Vgl. G. Stasch, Hochfürstliche Porzellanmanufaktur, Fulda 1994, S. 94, Nr. 59. (min., nicht sichtbar rest.) H=15,3 cm

(Schätzpreis 4.500,-)

Rechaud mit Einsatzhenkeltopf und Deckel, Pfalz-Zweibrücken 1768

Walzenförmig, sich nach oben verjüngend. Innen liegender Breitopf mit Doppelhenkel und Deckel. Wandung mit zwei herausstehenden Maskeronenhenkeln sowie zwei gegenständigen Nasen als Rauchabzug. Unterhalb große Öffnung für das Pfännchen. Ränder purpur staffiert. Wandung bunt bemalt mit Blumenbouquets, umgeben von Streublumen. Porzellan, am Boden unterglasurblaue, ligierte PZ-Marke, Malerbuchstabe „S.“ für Severin, Ritzzeichen „FI“. Vgl. E. Kessler-Slotta, Zweibrücker Porzellan 1990, S. 181f.            H=24,5 cm, D=14 bzw. 17 cm

(Schätzpreis 13.000,-)

 

Zuckerstreuer zum Tafelaufsatz aus dem Schwanenservice des Grafen von Brühl, Meissen 1739-40

Ovaler, flacher Sockel mit aufbossierten Blüten, sparsam gold staffiert. Darauf stehend zwei ineinander verschlungene Schwäne. Mittig herausmodellierter birnförmiger, godronnierte Muschel. Wulstiger Lippenrand mit eingeschraubtem, gewölbtem Streukopf, geschuppt mit gewundenen Schneckengehäusen und bekrönt von Blätterblütenknauf. Porzellan, ohne Marke, weiß glasiert, mit Goldrändern. Schwanenfüße und Schnabel schwarz bzw. farbig staffiert. Modell von Johann Joachim Kaendler. Das Schwanenservice gilt als eines der bedeutendsten und umfangreichsten Service der Meissener Manufaktur. Es bestand ursprünglich  aus insgesamt 2200 Teilen. Das Gegenstück dieses Formteils befindet sich im Metropolitan Museum of Art, New York. Insgesamt sind nur drei weitere Exemplare bekannt. Vgl. U. Pietsch, Schwanenservice, S. 146, Nr. 12.

H=18,8 cm

(Schätzpreis 40.000,-)

Böttgersteinzeug-Walzenkrug, Meissen um 1710

Mit seitlich geschweiftem Bandhenkel und gewölbtem Deckel mit Silbermontur. Rotes Böttgersteinzeug, schwarz glasiert. Schauseite geschnitten mit Wappen. Auf dem Deckel ein Spinnennetz mit darin sitzender Spinne. Silberstandring und -montur gepunzt mit Stadt- und Meisterpunze für Dresden, Paulus Betecke, Meister seit 1692.            H=19 bzw. 22,1 cm

(Schätzpreis 17.000,-)

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